← Wissen · Aktualisiert am 6. November 2026 · 6 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Peptid-Mix, auch Peptidmischung genannt, enthält zwei oder mehr Peptide gemeinsam lyophilisiert in einem Vial.
- Handelsnamen wie Wolverine Stack, GLOW und KLOW bezeichnen feste Kombinationen. Entscheidend ist, was auf dem Etikett und im Analysenzertifikat steht.
- Eine Angabe wie „5/5 mg“ nennt die Menge jeder Komponente. Eine einzelne Zahl wie „80 mg“ nennt die Gesamtmenge.
- Die Analytik eines Mixes ist aufwendiger: Jede Komponente braucht ihre eigene Identität, Menge und Reinheit.
- Gelöst und gelagert wird nach der Komponente, die am empfindlichsten ist.
Was ist ein Peptid-Mix?
Ein Peptid-Mix ist ein Lyophilisat, das mehrere Peptide in einem festen Verhältnis enthält. Die Peptide werden einzeln synthetisiert, gereinigt und anschließend gemeinsam abgefüllt und gefriergetrocknet. Für die Laborarbeit bedeutet das: Ein Vial liefert mehrere Substanzen auf einmal, im Verhältnis, das der Hersteller festgelegt hat.
Im Handel haben sich für einige Kombinationen eigene Namen eingebürgert. Sie sind keine chemischen Bezeichnungen, sondern Kurznamen. Wer Literatur oder Angebote vergleicht, sollte deshalb immer auf die enthaltenen Peptide und ihre Mengen schauen, nicht auf den Handelsnamen. Wie viele Namen eine einzelne Substanz haben kann, zeigt der Artikel Peptid-Bezeichnungen erklärt.
Die bekannten Mixe im Überblick
| Handelsname | Enthaltene Peptide | Menge laut Etikett |
|---|---|---|
| Wolverine Stack | TB-500 und BPC-157 | 5/5 mg |
| GLOW | GHK-Cu, BPC-157 und TB-500 | 50/10/10 mg |
| KLOW | GHK-Cu, BPC-157, TB-500 und KPV | 80 mg gesamt |
| – | Ipamorelin und Mod GRF 1-29 | 3/3 mg |
| – | Tesamorelin und Ipamorelin | 5/5 mg |
| – | GHRP-2 und Mod GRF 1-29 | 5/5 mg |
| – | Fragment 176-191, Mod GRF 1-29 und Ipamorelin | 5/5/5 mg |
| – | GHK-Cu und KPV | 50/10 mg |
| – | GHK-Cu und Epithalon | 20/10 mg |
| – | BPC-157 und KPV | 5/5 mg |
Alle Mixe finden Sie im Peptid-Katalog, etwa den TB-500 + BPC-157 Mix, den GHK-Cu + BPC-157 + TB-500 Mix und den KLOW Mix.
So lesen Sie die Mengenangabe
Bei Mixen gibt es zwei Schreibweisen. „5/5 mg“ bedeutet, dass jede der beiden Komponenten mit 5 mg im Vial ist, zusammen also 10 mg. „50/10/10 mg“ heißt entsprechend 50 mg der ersten, je 10 mg der zweiten und dritten Komponente. Steht nur eine Zahl auf dem Etikett, etwa „80 mg“, ist das die Gesamtmenge. Wie sie sich auf die Komponenten verteilt, steht dann im Analysenzertifikat der Charge.
Wie bei Einzelpeptiden bezieht sich die Angabe auf das Lyophilisat, nicht auf das reine Peptid. Gegenionen und Restwasser zählen mit. Der Peptidgehalt kann für jede Komponente verschieden sein, weil basische Peptide mehr Gegenionen binden. Mehr dazu erklärt der Artikel Peptidgehalt und Reinheit.
Mix oder Einzelpeptide?
Beides hat seinen Platz. Die Entscheidung hängt davon ab, was ein Versuch braucht.
| Mix | Einzelpeptide | |
|---|---|---|
| Verhältnis der Substanzen | Fest vorgegeben | Frei wählbar |
| Anzahl der Vials | Eines | Eines je Substanz |
| Analytik | Aufwendiger, mehrere Komponenten | Eine Komponente je Zertifikat |
| Geeignet für | Versuche, die genau diese Kombination untersuchen | Versuche mit variablen Mengen oder einer einzelnen Substanz |
Für Versuchsreihen, in denen Konzentrationen einzeln variiert werden, sind Einzelpeptide die bessere Wahl. Ein Mix eignet sich, wenn genau die vorgegebene Kombination Gegenstand der Untersuchung ist. Das Verhältnis lässt sich nach dem Lösen nicht mehr ändern.
Analytik bei Mixen
Im HPLC-Chromatogramm eines Mixes erscheinen mehrere Hauptpeaks, einer je Komponente. Eine einzelne „Reinheit“ für das ganze Vial ist deshalb wenig aussagekräftig. Ein gutes Analysenzertifikat für einen Mix nennt für jede Komponente:
- die Identität, belegt per Massenspektrometrie oder LC-MS,
- die gemessene Menge im Vergleich zur Sollmenge,
- die Reinheit, bezogen auf diese Komponente,
- die Chargennummer, die auch auf dem Vial steht.
Weil sich die Komponenten im Chromatogramm überlagern können, ist LC-MS bei Mixen besonders hilfreich: Jeder Peak bekommt seine Masse, so lässt sich jede Komponente eindeutig zuordnen. Wie Sie ein Zertifikat lesen, zeigt der Artikel Analysenzertifikat für Peptide richtig lesen. Den Hintergrund zu den Methoden erklärt HPLC und Massenspektrometrie.
Lösung und Lagerung
Ein Mix verhält sich beim Lösen wie seine am schwersten lösliche Komponente. Prüfen Sie deshalb die Sequenzen aller enthaltenen Peptide und wählen Sie das Lösungsmittel nach der Komponente, die am meisten Aufmerksamkeit braucht. Das Vorgehen dafür beschreibt der Artikel Peptide lösen.
Einige Punkte gelten speziell für die bekannten Mixe:
- GHK-Cu ist ein Kupferkomplex und färbt die Lösung blau. Stoffe, die Metalle binden, etwa EDTA in Puffern, können das Kupfer aus dem Komplex lösen.
- Kurze, geladene Peptide wie BPC-157 oder KPV lösen sich meist gut in Wasser. Längere oder hydrophobere Komponenten brauchen eher Geduld und ein angepasstes Lösungsmittel.
- Gelagert wird nach der empfindlichsten Komponente. Enthält ein Mix ein oxidationsempfindliches Peptid, bestimmt dieses die Lagerbedingungen.
Als Lyophilisat lagern Mixe wie Einzelpeptide trocken, kühl und lichtgeschützt, längerfristig meist bei −20 °C. In Lösung empfehlen sich Aliquots für den Einmalgebrauch. Die genauen Bedingungen stehen im Sicherheitsdatenblatt der Charge. Allgemeine Hinweise gibt der Artikel Peptide lagern.
Preis pro mg bei Mixen
Auch bei Mixen lohnt der Vergleich pro Milligramm. Teilen Sie den Preis durch die Gesamtmenge aller Komponenten und vergleichen Sie das Ergebnis mit der Summe der Einzelpeptide in derselben Menge. Ein Mix ist nicht automatisch günstiger oder teurer. Er spart Vials und Handgriffe, legt aber das Verhältnis fest. Wie Sie Preise fair vergleichen, beschreibt der Artikel Peptide günstig kaufen: Preis pro mg richtig vergleichen.
Mixe dokumentieren
Notieren Sie im Laborbuch neben dem Handelsnamen die enthaltenen Peptide, die Menge jeder Komponente, die Chargennummer und das Verhältnis. Wenn Sie später auf Einzelpeptide wechseln oder eine andere Charge verwenden, bleibt so nachvollziehbar, welche Mengen in einem Versuch tatsächlich eingesetzt wurden. Unter Charge prüfen können Sie jede Chargennummer von Alpenpeptid nachschlagen.
Häufige Fragen
Ist der Wolverine Stack dasselbe wie der TB-500 + BPC-157 Mix? Ja. Wolverine Stack ist ein Handelsname für die Kombination aus TB-500 und BPC-157. Bei Alpenpeptid enthält das Vial je 5 mg beider Peptide.
Was unterscheidet GLOW und KLOW? GLOW enthält GHK-Cu, BPC-157 und TB-500. KLOW enthält zusätzlich KPV. Die Gesamtmenge und die Anteile stehen auf dem Etikett und im Analysenzertifikat.
Kann ich das Verhältnis in einem Mix ändern? Nein. Das Verhältnis ist beim Abfüllen festgelegt. Wer Mengen frei variieren möchte, verwendet die Einzelpeptide.
Wie prüfe ich, ob ein Mix das enthält, was auf dem Etikett steht? Über das Analysenzertifikat der Charge. Es sollte für jede Komponente Identität, Menge und Reinheit nennen. Bei kritischen Versuchen lohnt eine eigene LC-MS-Prüfung.
Warum ist die Lösung eines Mixes blau? Weil der Mix GHK-Cu enthält. Die Farbe stammt vom gebundenen Kupfer und ist zu erwarten.
Nur für Forschungszwecke im Labor. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier.







